

Auf dieser Seite finden Sie stets aktulle Meldungen über und aus der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen.
Leise und kontinuierlich piepst die Scannerkasse. Routiniert zieht Oberarzt Dr. Markus Klotz Waschpulver, Shampoo oder Babygläschen über den Scanner an der Drogeriemarktkasse. „Was für ein schönes Geräusch“, freut sich der Kinderarzt aus der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen. Seine Freude hat einen guten Grund: Mit jedem Einkauf erhöht sich die Spendensumme für die Klinik. Eine Stunde lang sitzt der Kinderarzt an der Kasse des dm-drogerie Marktes in Gelsenkirchen-Buer und gibt sein Bestes: „Toll, dass die Kunden mit vollen Einkaufswagen an meine Kasse kommen. Es macht riesigen Spaß.“ Unterstützt wird er dabei von seiner Kollegin, Assistenzärztin Sarah Knepper. Die außergewöhnliche Spendenaktion wird von 20 jungen Auszubildenden quasi als Gesellenstück umgesetzt. Von der Idee bis zur Umsetzung haben sie alles in der Hand und tragen auch die Verantwortung.
Die Spende wird für die Finanzierung der Klinikclowns in der Gelsenkirchener Kinderklinik genutzt. Klar, dass auch Klinikclown David Hentschel vor Ort in der Drogeriemarktfiliale ist, den Kunden von seiner Arbeit auf der Station erzählt und dabei auch allerlei Späße macht: „Die Kinder im Krankenhaus müssen viele Gefühle verarbeiten - Ängste, Schmerzen, Traurigkeit. Wir Klinikclowns helfen auf unsere Art und Weise, diese Gefühle zu verarbeiten. Neben Luftballons und Seifenblasen ist auch immer eine gute Portion Humor im Gepäck. Lachen hilft Heilen.“
Und auch Dr. Klotz sagt: „Klinikclowns sind eine echte Bereicherung für unsere Klinik. Mit viel Einfühlungsvermögen und großer Kreativität knüpfen sie den Kontakt zu den kleinen Patienten.“
Nach einer Stunde wird Kassensturz gemacht: Über 700 Euro wurden eingenommen und der dm-drogerie markt macht daraus eine großartige Spende von 1.400 Euro.
Hase, Fuchs und Esel, Schmetterling, Fliege und viele andere, große wie kleine Tiere hat die Künstlerin Ursula Commandeur auf mehr als 40 Halbkugeln aus Keramik gemalt. Sie erinnern an Scherenschnitte. Als Wandinstallation arrangiert, sind diese Objekte nicht in einer Galerie oder einem Museum zu sehen. Der Ort an dem sie präsentiert werden, ist nur auf dem ersten Blick verwunderlich: Es ist ein Spielzimmer auf einer Station in der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen. „Kinder haben einen besonderen Zugang zu Tieren. Viele der abgebildeten Tiere sind ihnen bekannt, aber manchmal werden sie nachfragen müssen. Und so können Geschichten erzählt werden, über den Auer-hahn, die Grille oder das Schnabeltier“, sagt die Künstlerin.
Die Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West hat die Wandinstallation durch eine Spende in Höhe von 5 000 Euro möglich gemacht. Geschäftsführer Thomas Probst: „Wir freuen uns sehr, dieses Kunst-Projekt mit unserer Förderung zu unterstützen und hoffen, dass durch die schöne Gestaltung des Spielzimmers der Krankenhausaufenthalt der jungen Patienten etwas angenehmer wird.“.
Kunst hat in der Kinder- und Jugendklinik Tradition. Dr. Gerrit Lautner, Ärztlicher Direktor: „Wer zu uns kommt, sieht gleich am Eingang die Bronzeskulptur von Gerhard Schreiter, die eine Familie zeigt. Und vor jeder Station begrüßen großformatige Tierillustrationen des Malers Harald Lange die Kinder. Wir sind davon überzeugt, dass zur Genesung unserer Patienten auch die Atmosphäre und Gestaltung unser Klinik beitragen.“
Im Spielzimmer reagieren viele Kinder neugierig auf die Kunstobjekte. Hier erhalten die Patienten die Chance, kreativ zu sein und die eigenen Phantasien gestalterisch umzusetzen. Die Kunsttherapeutin der Klinik Lieselotte Pieper unterstützt sie dabei: „In Anlehnung an die Keramiken an der Wand haben Patienten Reliefs aus Plastilin gearbeitet, die sie als Mobile verwenden.“
Mit keramischen Kunstobjekten hat sich Ursula Commandeur auch in-ternational einen Namen gemacht. Die Künstlerin aus Castrop-Rauxel, wurde für ihre Arbeiten mit dem nordrhein-westfälischen Staatspreis ausgezeichnet. Seit 1995 präsentiert sie ihre Arbeiten in Ausstellungen im In- und Ausland darunter auch in Korea, Australien, Spanien und in der Schweiz.
Ausgewählte Ausstellungen und Wettbewerbe Ursula Commandeur
2007 Staatspreis NRW, Manufactum
2009 „World Ceramic Biennale“, Korea
2009 „Grand prix du Parcours Céramique Carougeois”, Schweiz
2010 “Cerco 2010”, Spanien
Bereits zum achten Mal in Folge stellen rund 100 Männer der Feuerwehr Gelsenkirchen ihre Kondition für eine gute Sache unter Beweis. Bei der Veranstaltung „Buer live“ (4. und 5.06.2011) kommen die Aktiven auf dem Fahrradergometer oder dem Laufband
ins Schwitzen. Tag und Nacht wird auf einer Bühne vor dem Textilhaus H&M geradelt oder gejoggt, 24 Stunden lang. „Jeder gespendete Euro unserer Besucher geht ohne Abzug an die Klinik“, sagt Projektkoordinator Klaus Jacob von der Feuerwehr Gelsenkirchen und: „Der Einsatzplan steht schon. Viele Kollegen haben sich gleich mehrmals eingetragen. Die Motivation lässt auch im achten Jahr nicht nach.“ Klaus Jacob, der die Fitness seiner Kollegen schätzt und selbst als Ausdauersportler an vielen Sportaktionen teilnimmt, hofft, dass sich auch in diesem Jahr der sportliche Einsatz lohnt und sich die Sammelbüchsen füllen.
Beeindruckt zeigt sich Dr. Gerrit Lautner, Ärztlicher Direktor der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen: „Die Feuerwehrmänner in Gelsenkirchen haben uns mit einer tollen Idee die Chance eröffnet, medizinische Geräte, aber auch Spielmaterialien mit Spenden der Bevölkerung zu finanzieren. Der sportliche 24-Stundendienst der Feuerwehr Gelsenkirchen ist eine tolle Benefizaktion. Ich freue mich schon auf meinen halbstündigen Lauf.“
Snoezelraum für Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen
Bottroper Kanzlei und Kinderträume Stiftung überreichen Scheck
Die Kanzlei ADVISA Steuerberatungsgesellschaft GmbH aus Bottrop spendet gemeinsam mit der ETL Kinderträume (http://www.etl-kindertraeume.de/) Stiftung 3.200 Euro an die Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen. Damit wird auf der psychosomatischen Station der Klinik ein „Snoezelraum“ realisiert. „Wir fühlen uns für unsere Region verantwortlich und investieren gerne in die Gesundheit der Kinder im Ruhrgebiet“, erklärt Ralf Niewald (2.v.re), Leiter der Kanzlei. Mit der Übergabe des symbolischen Schecks fiel der Startschuss für die Umbaumaßnahmen.
Snoezelen: Entspannung durch Licht, Duft und Musik
Snoezelen - gesprochen snuzelen - ist ein pädagogisches und therapeutisches Konzept, das in den 70er Jahren in den Niederlanden entwickelt wurde. Das Kunstwort leitet sich aus dem niederländischen „snuffelen“ (schnüffeln) und „doezelen“ (dösen) ab. Farbige Lichteffekte, sanfte Klänge, Tastobjekte, unterschiedlich gefüllte Fühlboxen und angenehme Aromen sprechen alle fünf Sinne der Patienten an. Die Reize werden von den Therapeuten gezielt gesteuert und geordnet und dadurch unter anderem die Selbst- und Körperwahrnehmung verbessert und die Kontakt- und Beziehungsfähigkeit gestärkt. „Die ruhige und kuschelige Atmosphäre des Snoezelraums ermöglicht vollkommene Entspannung und fördert ein Gefühl von Geborgenheit und Wohlbefinden. Das Snoezelen löst Emotionen aus, ohne intellektuelle Anforderungen zu stellen“, erklärt Dietmar Langer (1.v.re), Leitender Psychologe der Abteilung Pädiatrische Psychosomatik in der Kinder- und Jugendklink Gelsenkirchen.
Die psychosomatische Abteilung der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen beschäftigt sich seit 30 Jahren mit der Therapie psychosomatischer Erkrankungen wie Neurodermitis, Asthma oder Heuschnupfen und Verhaltensauffälligkeiten wie Schlaf- und Essstörungen. Eltern und Geschwister der kleinen Patienten werden in die langfristig angelegten Behandlungskonzepte eingebunden. „Wir arbeiten ganzheitlich und betrachten eine Erkrankung immer vor dem Hintergrund der Lebensgeschichte, der Gefühle und Beziehungen unserer Patienten“, erklärt Lion.
Fachberater für Ärzte, Zahnärzte und Co.
„Der Ansatz der Klinik hat mich und meine Kollegen auf Anhieb überzeugt“, sagt Niewald. Die Bottroper Kanzlei ADVISA ist Teil der ETL European Tax & Law Gruppe, einem führenden Berater-Netzwerk aus Steuerberatern, Rechtsanwälten, Unternehmensberatern, Wirtschaftsprüfern und Finanzdienstleistern mit bundesweit über 600 Standorten. ADVISA hat sich auf die steuerliche und betriebswirtschaftliche Beratung von Heilberuflern wie Ärzten, Apothekern und Pflegedienstlern spezialisiert. Dabei zeichnet sich die Kanzlei insbesondere durch ihren interdisziplinären Beratungsansatz aus: Als Teil der ETL Gruppe können die Bottroper Berater jederzeit auf das Expertenwissen ihrer ETL-Partner in den Bereichen Recht, Unternehmensberatung, Wirtschaftsprüfung und Finanzen zurückgreifen. Gemeinsam mit der ebenfalls zur ETL Gruppe gehörenden Kinderträume Stiftung engagiert sich ADVISA regelmäßig für bedürftige und schwer kranke oder körperlich und geistig behinderte Kinder und Jugendliche. Niewald ist überzeugt: „Mit dem Snoezelraum geben wir den kleinen Patienten ein großes Stück Lebensqualität zurück.“
Weitere Informationen und Bildmaterial erhalten Sie bei:
Stiftung Kinderträume Tel.: +49 201 24 04-372
Andrea Jochum Fax: +49 201 24 04-33372
Steinstr. 41 E-Mail: andrea.jochum@etl.de
45128 Essen Internet: www.etl.de
ETL Kinderträume ist eine privatrechtliche Stiftung der ETL Gruppe, die 2008 gegründet wurde. Sie beteiligt sich an ausgewählten, gemeinnützigen Kinderhilfsprojekten in Deutschland und fördert regionale Vorhaben über die bundesweit vertretenen Mitgliedskanzleien des ETL-Verbunds. Ziel der Stiftungsarbeit ist die Unterstützung benachteiligter und bedürftiger Kinder und Jugendlicher - unbürokratisch und direkt. Durch Spenden werden Kinderträume erfüllt und die Weichen für eine bessere Zukunft gestellt. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung bereits rund 330.000 Euro an Spendengeldern gesammelt und 47 Hilfsprojekte unterstützt.
Seit fast 40 Jahren vertrauen Unternehmer aller Branchen auf die umfassende fachliche Expertise der ETL European Tax & Law Gruppe. Mit mehr als 120.000 Mandanten und bundesweit rund 1.000 Steuerberatern, Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern, Unternehmensberatern und Finanzdienstleistern an über 600 Standorten gehört die ETL Gruppe zu den etablierten und größten Berater-Netzwerken in Deutschland. ETL hat sich auf die Betreuung kleiner und mittlerer mittelständischer Unternehmen spezialisiert. Dank der der engen Verzahnung und fachübergreifenden Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe bieten ETL-Kanzleien eine lückenlose Rundumbetreuung aus einer Hand. So wird eine optimale Unterstützung der Mandanten bei allen steuerlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen gewährleistet. Eigens entwickelte Beratungslösungen für spezielle Branchen wie Tankstellen, Heilberufe und Senioren zeugen von der Innovationskraft und dem Marktverständnis der erfahrenen Berater.
n Gelsenkirchen ist man froh über den neuen Babynotarztwagen. „Das Fahrzeug ist notwendig, um die Lebens- und Entwicklungschancen der Neugeborenen, die zu früh oder krank auf die Welt kommen, zu verbessern“, sagt Henriette Reker, Vorstand für Arbeit und Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz. Rund 110 000 Euro investierte die Stadt, um die medizinische Versorgung der Kleinsten zu optimieren. Dr. Frank Niemann, leitender Neonatologe der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen, vergleicht den Babynotarztwagen mit einer „rollenden Säuglings- und Kinderintensivstation, die die Kleinsten am Start abholt“. Er hat die Projektverantwortlichen der Feuerwehr Gelsenkirchen bei den Planungen beraten. Mit einer großzügigen Spende in Höhe von 6.250 Euro unterstützten die beiden Direktoren von Knappschaft-Bahn-See, Dr. Georg Greve und Ulrich Pott, die Ausstattung des Spezialfahrzeugs - aus Anlass ihres 60. Geburtstags baten die beiden Jubilare um Spenden: Ein spezielles Beatmungsgerät für den Transportinkubator wird mit der Spende finanziert.Das Glück hatte einen Namen bekommen, versicherten Felix Eltern den Verwandten und Freunden in der Geburtsanzeige. Doch schon nach wenigen Wochen zeigt das Glück tiefe Risse: Felix entwickelte sich zu einem Schreikind. Er war äußerst unruhig und schrie exzessiv über mehrere Stunden ohne große Unterbrechungen. Und dies mehrmals in der Woche. Alle Bemühungen Felix zu beruhigen halfen nur kurz oder gar nicht. Der Kinderarzt sah keine organischen Gründe für sein Schreien. Und die gutgemeinten Ratschläge anderer Mütter verstärkten bei Felix Eltern eher noch das Gefühl, vollkommen zu versagen.
Das Schreien ist für den Säugling einer der wichtigsten Möglichkeit sich auszudrücken. Er macht sich deutlich bemerkbar, wenn er etwas braucht. Schreien kann körperliche Bedürfnisse wie Hunger, Müdigkeit, Schmerzen signalisieren, aber auch Bedürfnisse nach körperlicher Nähe oder Beschäf-tigung ausdrücken. Und mit der Zeit lernen die Eltern die Schreie ihres Kin-des zu deuten und entsprechend zu reagieren. Ist aber die Kommunikation gestört, wird das nicht enden wollende Schreien - wie bei Felix - für alle eine unvorstellbare Belastung.
„Felix Eltern erleben sich als hilflose Helfer, die schlussendlich erschöpft und mutlos sind. Sie sagen ‚ich habe doch alles versucht‘ und sind an der Vielzahl vermeintlich erfolgreicher Lösungen gescheitert“, fasst Dr. Kurt-André Lion seine jahrelangen Therapieerfahrungen in der Behandlung psy-chosomatischer Erkrankungen zusammen. In seiner neugegründeten Schreiambulanz in der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen begegnen die Therapeuten den Eltern von Schreikindern vor allem mit Verständnis.
Dr. Lion: „Die Eltern sind meist völlig am Ende und fühlen sich vor allem schuldig. Zu oft wurden sie mit dem Vorurteil konfrontiert, dass ein schwie-riges Kind die Folge inkompetenter Eltern sei. Sie schämen sich auch für ihre negativen Gefühle und haben Angst, dass ihr Verhältnis zum Kind langfristig gestört ist. Je konkreter jetzt das Hilfsangebot, umso besser.“ In der Gelsenkirchener Schreiambulanz steht den Eltern ein multiprofessionel-les Team aus Ärzten und Therapeuten zur Seite, das sie unterstützt zu erkennen, was in der Kommunikation zwischen Säugling und Eltern falsch läuft. Ein Tages- und Nachtprotokoll ist die Basis der Analyse. „Indem die Eltern wieder aktiv werden, erhalten sie ihre Handlungsfähigkeit zurück“, erklärt Sozialpädagogin Gabriele Grühn. Es sei wichtig, feste Strukturen zu schaffen: „Was der Erwachsene als angenehme Abwechslung im Alltag erlebt, kann ein Säugling als Chaos und Stress empfinden. Deshalb setzen wir auf Regelmäßigkeit. Wann und wo ein Säugling zum Schlafen gelegt wird, sollte gerade bei Schreikindern klar geregelt sein. Das heißt ja nicht, dass eine Schlafeinheit nicht auch während eines Spaziergangs im Kinderwagen stattfinden kann.“
In der Schreiambulanz wird auch auf das Essverhalten eingegangen - Schreikinder neigen auch oft zu Problemen beim Füttern. Über mehrere Wochen werden die Schreikinder ambulant betreut und „wenn eine Familie so richtig am Limit ist, dann ist eine intensive Betreuung von Kind und ei-nem Elternteil auf der Station der beste Weg aus der Krise“, so Dr. Lion, „schließlich soll das Glück und die Freude, die Eltern bei der Geburt eines Kindes erleben, von Dauer sein.“ Weitere Infos zur Therapie von Schreikin-dern in der Schreiambulanz der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen gibt es auch telefonisch unter Tel 0209 - 369-227.
Jonas Eltern sind mit ihren Kräften am Ende: Der Zweijährige schafft es abends nicht, allein einzuschlafen. Die Mutter sitzt am Bett und streichelt unablässig die kleine Hand. Aber sobald sie ihr vermeintlich schlafendes Kind verlassen will, schreckt der Junge wieder hoch. In der Nacht wacht er mehrfach auf, weint nach seinen Eltern und findet nur schwer zurück in den Schlaf - dann meist im Bett der Eltern. Unter chronischem Schlafmangel leiden auch die Eltern der drei Monate alten Elena. Elena ist ein Schreikind, nichts kann sie beruhigen. Manchmal schläft sie vor Erschöpfung ein, um gleich nach dem Aufwachen weiter zu schreien.
Rund 30 Prozent der Kinder leiden bis zum Grundschulalter unter chroni-schen Ein- und Durchschlafstörungen. Hilfe bieten die Ärzte und Therapeu-ten der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen mit einer stationären psy-chosomatischen Komplextherapie an, die auch bei Schreikindern erfolg-reich eingesetzt wird. „Eltern, die zu uns kommen, sind oft am Ende und haben ein erfolgloses ‚Therapie-Shopping’ hinter sich“, sagt Kurt-André Lion, Leitender Arzt der Abteilung für Pädiatrische Psychosomatik. Sein Kollege, Diplom-Psychologe Dietmar Langer, unterstreicht: „Das Problem hat nichts mit einer mangelnden Erziehungskompetenz der Eltern zu tun.
Die betroffenen Eltern haben oftmals Angst, dass sich hinter dem Problem eine Erkrankung verbirgt. Sie sind stark verunsichert und müssen bei uns erst wieder Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten entwickeln.“
Das Schlafverhaltenstraining in der Kinder- und Jugendklinik basiert auf verhaltenstherapeutischen und systemischen Grundlagen. Langer: „Neu und einzigartig ist die permanente Videoüberwachung des nächtlichen Schlafes des Kindes mit Infrarotkameras - zur Zeit in vier Räumen, dem-nächst in 20 Schlaftrainingsräumen. Die Kameras reagieren auch auf Ge-räusche, also auf ein Quengeln, Weinen oder Rufen. Die Nachtschwester dokumentiert im Nebenraum minutiös alle Ereignisse. Anders als die Eltern kann die Kinderkrankenschwester auf die Bedürfnisse des Kindes reagie-ren ohne in ein zwanghaftes Kontrollgeschehen einzusteigen. Wir erstellen Videoanalysen, die uns rasch die Verhaltensmuster und unbewussten Stra-tegien des Kindes zeigen. Ein Abgleich mit dem Verhalten am Tag macht grundsätzliche Verhaltensstrategien deutlich.“ Im Laufe des Trainings ler-nen die Eltern mit dem Problemverhalten des Kindes umzugehen, bis sie die Schlafsituation vollkommen eigenständig regeln.
Oft entstehen Schlafprobleme nach körperlichen Erkrankungen des Kindes, beispielsweise nach Infekten. Manchmal spielt auch der Alltagsstress eine Rolle. Bei einigen Kindern zeigen sich Störungen im Schaf-Wachrhythmus relativ plötzlich oder schon von Geburt an. Bei den meisten entwickelt sich die Störung nach und nach. Schlafstörungen und chronischen Erschöp-fungszuständen bei den Eltern sind vorprogrammiert.
In der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen wird die Schlafverhaltens-störung als Gesamtphänomen betrachtet und behandelt, wobei eine stän-dige medizinische Kontrolle erfolgt. Hier setzt man auf einen überschauba-ren Tagesablauf mit kindgerechten Aktivitäten. Regelmäßige, altersgerech-te Schlafens- und Erholungszeiten sind die Voraussetzung für ein gesun-des Schlafverhalten. Das Kind lernt, auch tagsüber besser und entspannter mit Veränderungen und Stress umzugehen. Therapieziel ist, insgesamt eine positive Kommunikation zwischen Eltern und Kind aufzubauen. Des-halb wird die Hauptbezugsperson des Kindes wird grundsätzlich mit aufge-nommen. Drei Wochen dauert die anerkannte Therapie, die von allen Krankenkassen finanziert wird. Lion: „Schlafstörungen treten meist nicht isoliert auf. Oft gibt es auch in anderen Lebensbereichen Probleme. Des-halb ist es für einen nachhaltigen Erfolg notwendig, alle Problembereiche in der Therapie zu berücksichtigen.“
Info und Kontakt: Tel 0209 - 369-227.


